Freitag, 30. Januar 2015

Schneeengel und Gründe zu feiern

Hei hei,
schaut mal:

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Das hab ich nicht mehr gemacht seit ich ein Kind war :-)
Neulich Nacht beim Heimkommen lag auf dem Parkplatz so viel frischer Schnee, das war einfach zu verführerisch.

Es ist nicht so kalt wie letztes Jahr um die Zeit als ich den Mann besucht hab und es liegt auch nicht so viel Schnee. Es gibt immer wieder mal nen Tag knapp über 0 Grad und dann taut der Schnee unten in der Stadt ein bisschen weg - was tödlich gefährlich ist weils spätestens eine Nacht später wieder überfriert...
Oben bei mir bei der Arbeit liegt viel viel viel mehr Schnee.
Witzig was die paar Höhenmeter hier ausmachen.
Man kommt über den geräumten Pakrplatz und bei Schichtende versinkt man bis weit übers Knie in frisch gefallenem Schnee.
Das wäre auch alles ganz ganz toll wenn der steile Weg von der T-Bane Station runter zur Arbeit nicht entweder spiegelglatt gefroren oder ein Rodlerparadies wäre.
Aber ich hab ja Spikes.
Letztes We allerdings ist über Nacht oben aufm Berg so viel Schnee gefallen, dass die T-Bane gar nicht fahren konnte (hallo, ich dachte sowas passiert in Norwegen nicht) und ich mim Taxi zur Arbeit musste.
Tja
Soviel zum Wetter.
Faszinierenderweise mag ichs. Es ist so viel schöner als deutscher Winter. Es ist irgendwie so wie früher als ich Kind war und es genug Schnee zum Schlittenfahren gab :-)
Und selbst der Schneematsch in der Stadt wirkt nicht ganz so grau.

Nur mim Schneeräumen haben die Norweger es so gar nicht. Also wirklich GARNICHT. Es bleibt einfach alles liegen auf den Gehwegen. Damit muss man leben... mit der 10cm dicken Eisschicht aus festgetretenem Schnee ;-)

Aber was ich eigentlich noch erzählen wollte, unsere Feiergründe:

1) Der Mann ist jetzt ganz echter richtiger Professor.
Also war er vorher schon. Associated Professor. Jetzt Professor.
Den Unterschied kennt eigentlich niemand und es ändert sich außer dem Türschild auch nix aber hey, * feier *
:-)

2) Ich hab meinen Archivaufenthalt fast unter Dach und Fach.
Noch Ende letzten Jahres hab ich ein einmonatiges Graduiertenstipendium fürs Literaturarchiv in Marbach bekommen, welches ich im Laufe des Jahres 2015 nehmen muss.
Weil ich auch hier in Oslo noch Prüfungen hab schien mir Juni 2015 sehr gut passend - jetzt müssen nur noch letzte Schwierigkeiten mit dem Collegienhaus in Marbach wo ich wohnen werde aus dem Weg geräumt werden und dann kann im Juni fein geforscht werden :-)

Donnerstag, 15. Januar 2015

Sport Sport Sport

"Typisch Norwegen" ist tatsächlich, dass die ganze norwegische Bevölkerung aus großen, schlanken, durchtrainierten, fitten und junggebliebenen Menschen jeder Altersgruppe zu bestehen scheint.

Das scheint mir als Außenstehender so zu sein, weil die lieben Norweger scheinbar nichts anderes in ihrer Freizeit tun als Sport zu machen. Das ist natürlich nicht zu 100% wahr und irgendwann werde ich auch noch auf die anderen Freizeitgestaltungen der Norweger eingehen aber ja doch, Sport Sport Sport.
Egal zu welcher Tages- oder Jahreszeit und egal zu welchem Wetter.
Und wenn man die Leute nicht direkt beim Sport sieht, dann sieht man sie in Sportklamotten mit Ausrüstung auf dem Weg zu irgendeinem Sport.

Joggen
Joggen ist ganz ganz wichtig. JEDER tut es, immer. Es ist vollkommen egal wann oder bei welchem Wetter bzw. in welchem Stadtteil man unterwegs ist. Man trifft pro 500m mindestens einen Jogger. Das ganze vervielfacht sich früh morgens so ca. 5-7 Uhr und abends nach Feierabend. Aber ich treff auch gerne mal nen Jogger wenn ich Feierabend hab, so zwischen 24:00 Uhr und 4:00 Uhr.
Jetzt könnte man natürlich denken, ok, joggen, das ist nichts außergewöhnliches dran, es gibt auch in Deutschland viele die um 5 Uhr morgens joggen gehen BEVOR sie die Kinder wecken, zur Schule bringen und dann selbst zur Arbeit gehen – oder eben nach Feierabend.
Ja schon.
Aber nicht ALLE tun das und vor allem nicht in dieser Ausrüstung.
Captain Jack ist nach seinem Umzug nach Norwegen, als er das erste mal wieder in Stiftlingen war, zu einem wohlbekannten Mode- und Markenoutlet gefahren um sich komplett neu einzukleiden.
Man fühlt sich in dem, was wir so „Sportkleidung“ nennen doch leicht underdressed.
Hier wird nicht einfach ein Sportoutfit getragen, nein nein, der gemeine Norweger hat etwas so viele verschiedene und für jede Gelegenheit passende Sportklamotten im Schrank wie normale Klamotten. Kein Wunder, wenn der gemeine Norweger nicht arbeiten ist oder es irgendwie sonst koschelig hat macht er Sport.
Wir müssen uns hier das beste vom Besten und das Teuerste vom Teuren vorstellen.
Knallbunte Multifunktions-Markenkleidung für jede Sportart und auch hier nochmal unterteilt für jedes Wetter. Inklusive Spikes für die Joggingschuhe und Stirnlampe damit man auch auf Eis und Schnee in der Dunkelheit joggen kann.
Und der kleine Sportrucksack darf natürlich nicht fehlen. In diesen winzigen Dingern muss ein schwarzes Loch sein, sonst kann ich mir nicht vorstellen, was da drin sein sollte. Aber viele tragen ihn und reiner Dekozweck kanns ja nicht sein. Vll ist eine winzige Wasserflasche drin – oder ein Kvikk Lunsj (← das bekommt irgendwann einen eigenen Beitrag).
Jedes einzelne Teil des entsprechenden Sportoutfits hat natürlich je ca. drei extra Smartphone-Taschen, denn ohne Musik zu hören oder gar laut über Headset zu telefonieren geht auch Sport hier in Norwegen nicht.

Fahrrad fahren
Kommt der gemeine Norweger von seiner morgendlichen Joggingrunde nach Hause, so macht er seinen Kindern Frühstück und das Vesperpaket, hüpft in den SUV, fährt die Brut zur Schule und dann – nein, dann fährt er nicht weiter zu Arbeit, nein nein, dann geht es nach Hause und rasch in die nächste Sportklamottenkollektion, das Fahrradoutfit.
Nicht mehr ganz so knallbunt aber noch atmungsaktiver, noch multifunktionaler und mit noch mehr Smartphone-Taschen. Superduper Klickschuhe damit man nicht vom Rennrad fällt und – jetzt mal kurz ne Runde Respekt – ALLE fahren mit Helm. Der ist natürlich auch super windschnittig und sonst wie perfekt und die perfekte Erklärung für die doch oftmals recht merkwürdigen Frisuren der Norweger...
Was auch hier nicht fehlen darf ist natürlich der oben erwähnte Minirucksack mit dem schwarzen Loch drin. Da drin ist das komplette Arbeitsoutfit denn ja, es geht mit dem Rad zur Arbeit. Egal wie weit der Weg zur Arbeit ist.
Als ich noch Boller am Straßenrand verkauft hab, hab ich mich mal mit so einem Geschäftsmann unterhalten der auf dem Weg nach Hause war... der hatte noch zwei Stunden bergauf vor sich... da hätte ich ja soooooo keinen Bock drauf nach nem langen Arbeitstag, vor allem wenn ich weiß, dass ich ja dann noch meine Feierabendjoggingrunde machen muss...
Jedenfalls passt in diese Minirucksäcke ein Kostüm/Anzug inklusive der dazu passenden Schuhe. Duschgel und Handtuch hat man in vielen Fällen bei der Arbeit, denn die meisten Arbeitgeber sind darauf eingestellt, dass ihre Belegschaft mit dem Rad kommt.
Ich schätze in den meisten Betrieben gibt es auch genau deswegen Gleitzeit um den Stau unter der Firmendusche zu vermeiden.
Auch Jahreszeiten und Wetter sind natürlich kein Hindernis.
Wer einen Norweger auf einem Rennrad bei knietiefem Schnee mit Eisdecke drunter im Januar bei -10 Grad in halsbrecherischem Tempo in der Innenstadt auf einer befahrenen Kreuzung um die Kurve hat rauschen sehen – ohne den scheinbar sicheren Sturz – wundert sich über garnix mehr.

Mountainbike

Gott sei Dank quietschen die Bremsen der meisten Mountainbikes, sonst hätten die uns beim Pilze sammeln das eine oder andere mal erwischt.
Der ganze Wald ist voller MB-Pisten, teilweise mega fancy mit Holzstegen und Sprungschanzen. Das die sich nicht dauernd den Hals brechen.
Ich würde gerne was zur entsprechenden Multifunktionskleidung sagen. Die ist sicher auch neonbunt und atmungsaktiv aber leider sieht man das unter der Dreckschicht nicht.

Wandern
Ja auch aber das wird ein eigenes Kapitel. Das macht der Norweger nicht einfach so sondern wenn er auf seiner Hytta ist. Und Wandern folgt auch hier speziellen Regeln und Ritualen die ich Wanderkind gerne gesondert betrachten würde.

Nordic-Walking
Der Name lässt viel erwarten aber – sorry Mama – hab ich hier bisher nur einmal eine Gruppe machen sehen. Und das war auch eher Nordic-Running. Aber in entsprechender Klamotte und mit Stirnlampe.

Langrennski – Langlauf
Gut, dass das typisch norwegisch ist, ist nun nicht weiter überraschend.
Die werden hier mit Langlaufskiern an den Füßen geboren.
Nationalsport
Natürlich wieder mit eigenem Superduperoutfit.
Die abendliche Joggingrunde kann gut und gerne durch eine Langlaufrunde ersetzt werden. Es ist auch gar nicht bescheuert jeden Abend nach der Arbeit erst mal ne Stunde U-Bahn (!!!) auf den Berg hoch zu fahren um dann auf einer beleuchteten Autobahn (sorry ich mein natürlich Loipe) mit einer Million anderen rumzuskiern.
Das nervt mich nur deswegen, weil das auch meine U-Bahn zur Arbeit ist und ich deswegen nie einen Sitzplatz bekomme um die Stunde Fahrt mit Lesen zu verbringen * motz *
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Es gibt an der U-Bahn Endhaltestelle einen Skiständer wo normal ein Fahrradständer wäre...
Mein Arbeitsplatz bietet auch eine herrliche Aussicht auf die scheinbar beliebteste Hauptloipe und noch witziger, auf den Kreuzungspunkt der Loipe mit der Rodelbahn... es scheint keine Vorfahrtsregeln zu geben * kicher *
Ein weiterer etwas nerviger Punkt daran ist, dass man eigentlich alle Wander- und Spazierwege in der Nordmarka im Winter vergessen kann. Die verwandeln sich in Loipen und sollte man ohne Bretter an den Füßen im dortigen Schnee unterwegs sein wird man ständig dumm angemault – dabei gibt es eigentlich gar keine Spur die man kaputt laufen könnte denn die wenigsten fahren klassisch. Freestyle ist in!
Ach ja und überraschenderweise sind auch bei dieser Sportart Jahreszeit und Wetter kein Hinderungsgrund.
Wir wissen das, wir haben an der Sommertrainigsstrecke gewohnt.
Jeden morgen ab 5:00 klick klick klick klick klick klick ← ein unfassbar nervtötendes Geräusch.
Und da staksen sie die Sommerskifahrer.
Die Langlaufskier haben dann vorne und hinten je eine winzige Rolle und die Stöcke andere Spitzen aber sonst ist es der gleiche Sport nur mit Asphalt statt Schnee.
Und anderen Klamotten.
Ich darf vorstellen: Den Multifunktionssommerskibikini!
Ja Bikini. Natürlich atmungsaktiv und auch hier gibt es Taschen fürs Smartphone. Den Herren der Schöpfung danke ich sehr wenn sie Shorts tragen aber ich hab auch schon welche in diesen leider viel zu engen 70er-Stil Herrenbadehosen gesehen. Pfui sag ist, egal wie atmungsaktiv das ist!


Biathlon
Siehe Beitrag oben – Sommers wie Winters. Oben am Holmenkollen gibt es den entsprechenden Übungsschießstand und wenn man da wandert/spazieren geht hört es sich ständig an als wäre nebenan eine Treibjagd im Gange.

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Rodeln
Jaaaaaaaaaaaaaaaaaa.
Machen sie, alle, also ohne Eiskanal sondern so wie wir als Kinder früher, Berg ab.
Auf jedem Hügel und auf extra Pisten.
Das coolste: Auf der U-Bahn Strecke hoch zum Holmenkollen kann man an einer relativ weit unten liegenden Stadtion Rodel leihen, rein in die U-Bahn, oben raus, rauf auf den Schlitten, Berg runter, Rodel wieder abgeben.
Steht ganz oben auf der To-Do-Liste.

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Abfahrt
Ja gibt es auch, kann ich aber nix dazu sagen, hab ich nie gesehen oder gemacht und auch keine Ambitionen dazu aber es würde mich nicht wundern einen Norweger die Ringautobahn runter slalomieren zu sehen.

Snowboard
Das gleiche... ich seh nur immer die Leute mit Abfahrtsski und Snowboards eine Station vor der Endhaltestelle aussteigen und ich vermute ich weiß auch wo die Piste ist – bin da im Sommer mal drüber gewandert. Aber da ich selbst keine Ambitionen hab...
Die Kleidung hier ist allerdings besonders witzig. Ausnahmsweise mal nicht hauteng sondern so lässig und schlabberig wie möglich. Und es scheint besonders cool zu sein eine knielange, sackartige Jacke die drei Nummern zu groß scheint zu tragen. Und Helm. Und Smartphone-Taschen. Aber keinen Rucksack!

Skispringen
Man möchte meinen, eine Wintersportart, die ein derart großes Sportgerät benötigt würde von nicht sooooooooo viele Leuten betrieben werden.
Mööööp
Weit gefehlt.
Zumindest kann ich von unserem Esszimmerfenster die alte Holmenkollenschanze sehen die jeden Abend hell erleuchtet ist. Und das Fernglas hilft mir genau zu erkennen, dass da auch jeden Abend Leute runter hüpfen.
Allerdings ists zu weit weg um etwas über die Kleidung zu sagen aber ich möchte wetten, sie hat Smartphone-Taschen.
Das Gehüpfe findet auch hier Sommer wie Winters statt :-)

Eislaufen/Eishockey
Ja gibt es, ziemlich viel sogar wenn man sich die Zahl der Menschen mit entsprechendem Sportgerät in den öffentlichen Verkehrsmitteln anschaut aber da ich da selbst keine Ambitionen hab weil ich mit meinen kaputten Füßen nicht in die Schuhe pass... aber ich finds sehr niedlich, dass das riesige Rugby-Feld vom Frogner-stadion im Winter eine riesige Eislauffläche ist. Und auch mitten auf der Karl-Johanns-Gate zwischen Parlament und Nationaltheater gibt's ne Umsonst-Eislaufbahn wo sonst ein Brunnen ist.

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Schwimmen
Scheint nicht so beliebt zu sein – zumindest lässt das Gejammre über viel zu wenig In-Door-Schwimmhallen auf Facebook darauf schließen.
Ich persönlich hab das noch nicht vermisst denn im Sommer gibt es ca. 1 Million Seen und Fjordstrände wo man umsonst ins Wasser kann, ins richtige Wasser, ohne Chlor und Bademeister.
Ich werde im Sommer noch eine Kategorie „Badeplätze“ eröffnen, die gibt es nämlich massenhaft und umsonst auch wenn sie so coole Sachen wie Rollstuhl-Baderampen oder so haben. Selbst das „Stadtschwimmbad“ am Hafen unten mitten im Luxuswohngebiet ist kostenlos.
Das nutzen auch die Norweger sehr ausgiebig.
Und ich bin mir sehr sicher, solange die Seen eisfrei sind wird in Neoprenanzug geschwommen – hier würde ich allerdings nicht auf eine Smartphone-Tasche wetten.
Besonders beeindruckt hat mich allerdings dieser junge Mann hier, der letztes Jahr am 2. Mai tapfer oben erwähntes Stadtfreibad genutzt hat. Ich hatte da noch meine Winterjacke an....

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Letzter Punkt: Fitnessstudio
Man möchte es nicht meinen bei all dem Equipment das der gemeine Norweger hat und all dem Sport den er eh schon den ganzen Tag macht... aber ja es gibt in Oslo ungefähr so viele Fitnessstudios wie Sushi-Läden.
Leider kein Kieser-Training aber sonst alles was das Herz begehrt.
Inklusive Kursen von Joga über Zumba bis Kardiotrauining. Allerdings ziemlich oft ohne Trainer sondern vor einer Videoleinwand.

Warum erzähl ich das eigentlich alles? Klar, der ganze Sportkram ist typisch Norwegen. Aber was ist der Anlass?
Ja, ich geb es zu, die ganze Zeit diese großen schönen sportlichen Menschen zu sehen gibt kleinen dicken faulen Menschen wie mir eine extra Portion schlechtes Gewissen mit auf den Weg.
Plöt das.
Naja und da ich noch nie in meinem Leben auf Skiern gestanden hab – ein Langlaufkurs ist aber fest eingeplant -, joggen für mich das dämlichste ever ist, man nicht jeden Tag wandern kann, es lebensgefährlich ist mein Fahrrad aus dem Keller zu holen und weil ich tatsächlich das Kieser-Training sehr vermissen... hab ichs getan und mich im Fitnessstudio nebenan angemeldet.
Die Anmeldung war schon der Horror bei all den jungen blonden hippen hübschen sportlichen Menschen....
Und wenn ich nachher ein Häufchen Elend bin, dann deswegen weil ich heute um 14:00 mein erstes Einführungstraining bei der hübschen blonden fitten Kamille habe – natürlich in meiner alten Jogginghose und einem normalen T-Shirt...
Ich fürchte ich muss mir entweder Scheuklappen oder so ein Multifunktionsportoutfit zulegen – natürlich neonfarben, atmungsaktiv und mit Smartphone-Taschen.



PS: Unnützes Wissen am Rande: "Ski" ist eines der wenigen (vermutlich das einzige) norwegische Wort, das international gebraucht wird.

Donnerstag, 1. Januar 2015

Ein Frohes Neues Jahr!!!

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Fondue mit Rentier und Elch :-)

Vorsatz fürs nächste Jahr: Regelmäßiger Beiträge schreiben...

Mittwoch, 24. Dezember 2014

Frohe Weihnachten

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Montag, 8. Dezember 2014

Sonnenuntergang in Oslo 15:02 Uhr / Solnedgangen klokka 15:02

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Das Foto hat der Mann vergangenen Samstag 6.12.2014 in Akkerbrygge (Hafen Oslo) aufgenommen.
Auch wenn 15:02 Uhr etwas früh für meinen Geschmack ist war das Licht großartig und ganz ehrlich - so schlimm ist es gar nicht WENN die Sonne scheint.
Wenn die Wolkendecke so dicht ist wie es an den Tagen davor war und praktisch den ganzen Tag graue Dämmerung herrscht, dann ists schlimm.

Dienstag, 2. Dezember 2014

Kurs B1 del 2

Es tut mir so leid, Kurs B2/1 ist schon halb rum und ich schulde euch noch den B1/2 Bericht aber es ist sooooo viel los gerade.
4 Tage die Woche Kurs und mind 3 Tage die Woche arbeiten – ich weiß das hört sich nicht viel an aber irgendwie ist es das wenn man Hausaufgaben und lernen und schlafen und so alberne Sachen wie Privatleben noch mitrechnet ;-)

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Also der Kurs

HAMMER

Bisher der beste Kurs und ich fürchte es wird keinen besseren geben. Da kamen einige Faktoren zusammen. Erwachsene Themen, erwachsene Leute die alle in der gleichen Altersklasse und auf ungefähr dem gleichen Bildungsniveau waren und lernen WOLLTEN und die beste Lehrerin aller Zeiten!

Kein Gejammer über Hausaufgaben (und es waren so viele, 4-5 Stunden am Tag hab ich dafür mind gebraucht plus Extraaufgaben an den Wochenenden), kein Gejammer über Grammatik, erwachsene Diskussionen über erwachsene Themen, jeder war fähig selbst ein Wörterbuch zu benutzen etc. etc. etc. Wir waren so schnell und so gut und es hat solchen Spaß gemacht.

Wir mussten selbstverständlich die Texte ausm Buch zu Hause lesen aber die Lehrerin ging – zu Recht – davon aus, dass wir alle erwachsen genug sind die Vokabeln selbst nachzuschlagen. Wenn jemand dazu ne Frage hatte konnte die gestellt werden aber es gab kein zeitraubendes nerviges Texte durchkauen im Unterricht. Wir haben Hausaufgaben korrigiert, neue Grammatik gelernt und dann ÜBER die Texte bzw. verwandte Themen diskutiert. Alle zusammen. Ohne nervige Gruppenarbeit und in ganzen Sätzen. Wie erwachsene Menschen eben.
Ach das war so toll – endlich mal richtig sprechen üben. Wozu geh ich denn in den Kurs????

Themen des Kurses:
Arbeit / CV / Bewerbungen / Gleichstellung / Arbeitsleben / inoffizielle „Regeln“ im Arbeitsleben / Medien / Rolle-Aufgabe-Verantwortung der Medien / Pressefreiheit / Quellenkritik / Persönlichkeitsrecht / diverse Märchen, Fabeln und Sagen / Geschlechterrollen damals bis heute / ganz viel Geschichtsunterricht von Norwegen in alten Zeiten über Wikinger, diverse Unionen mit Dänemark und Schweden bis WKII / Norwegen im Ölzeitalter / Naturschutz / Norwegens Wirtschaft / Wohlfahrtsstaat / Verschiedene staatliche Stützen / Elternzeit bzw. Elterngeld / Norwegens zwei Sprachen / Norwegen in der internationalen Zusammenarbeit

Grammatik:
som-Sätze / Nebensätze mit Fragewort / utbryting / zählbare und unzählbare Mengen / Mengenworte / Infinitivgebrauch / s-Passiv / bli-Passiv / zusammengesetzte Hauptwörter / Konjunktionen / Hilfsverben im Präteritum /Konjunktiv (← auf meine Nachfrage, nicht im Buch vorgesehen)

Ihr seht, in Sachen Grammatik sind wir immer noch in der Wiederholungsschleife aber dafür werden die Themen spannender und endlich lernen wir richtig was und nicht nur wie man sich als armer kleiner Einwanderer hier zurecht findet.

Die Lehrerin:
Kristine


HAMMER HAMMER HAMMER
Hab ja oben schon gelobt aber die hatte es echt drauf. Super deutlich gesprochen ohne diesen Kindergartenmodus, mit uns wie mit Erwachsenen diskutiert und gesprochen, war immer ansprechbar, hat super erklärt, hat sich die Mühe gemacht uns übers WE freiwillige Extraaufgaben zu mailen die sie dann teilweisen um halb zwölf nachts korrigiert hat. Einfach Klasse. Und die zwei die nicht soooooo mitgekommen sind (aber auch nicht schlecht waren) wurden nicht extra gepampert sondern das war dann eben deren Problem. Sehr unnorwegisch hat Kristine nicht zugelassen, das irgendwas das Kursniveau senkt und wir waren damit denke ich alles sehr sehr happy.

Kursteilnehmer wie gewohnt.

Samanta
Einfach ne tolle Frau. 30, Britin aus London, chilenische Eltern, Lehrerin. Zumindest war sie das in England, um das in Norwegen sein zu können braucht sie Norskprøve 3. Da hatte sie gestern den schriftlichen Teil und ich bin ja sooooo gespannt. Ihr Mann ist Norweger und bis sie hier Lehrerin sein kann betreibt sie – ACHTUNG – ein Cupcake-Business. (Nein, nicht aus dem Küchenfenster eines Burgerladens aber fast ;-) ). Soooooo lecker.
Bin in der ersten Stunde fast mit ihr aneinander geraten weil ichs gewagt habe zu sagen, dass es sehr wohl typische Männer und typische Frauenberufe gibt aber nach einer hitzigen Diskussion waren wir beide zu happy darüber, dass die Diskussion funktioniert hat und nu gehen wir sehr regelmäßig Kaffee trinken :-)


Michiko
Auch ganz toll. Irgendwas mit IT. Keine Ahnung, kenn mich da nicht aus. Niederländerin mit japanischen Eltern und sooooo cool. Meine größte Unterstützung in Sachen Angelika, perfekte Lästerschwester.


Martha
Auch so um die 30, Polin. Norwegischer Mann wegen dem sie mit ihrer 5-jährigen Tochter hergekommen ist. War Verwaltungsangestellte an ner polnischen Universität (und schimpft sehr darüber wie ihre norwegischen Kollegen arbeiten) und kämpft hier sehr mit UDI die ihr nicht glauben wollen, dass sie keine der armen polnischen Putzfrauen/Bauarbeiter-Arbeiter/innen ist die für Norweger gefühlt Norwegen auf der Suche nach nem Job überfluten. Hat deswegen ziemliche Probleme ne Födselsnummer zu bekommen und hätte ich ihre und Samantas Geschichte vorher gekannt hätte ich mir auf dem Weg zum Amt in die Hose gemacht (die Geschichte folgt). Aber es tut gut Erfahrungen auszutauschen.
Und in Sachen lästern und in Sachen Menschenhass ist das Mädel schlimmer als ich was sie wunderbar sympathisch macht. Ihren überraschten Ausruf „Manu, du er jo nesten like ille som jeg“ (du bist ja fast so böse wie ich) nehm ich mal als Kompliment :-)

Andrew
Mansfield in Nottingham, auch irgendwas mit IT. Oh mein Gott. Da sag noch einer Briten haben keinen Dialekt. Ich glaube nicht mal Samanta versteht ihn aber er ist voll nett. Sagt nicht viel aber wenn dann BÄM.
Und er hat gewonnen für immer und ewig denn er hat einen Jagdfalken.
Durfte er leider nicht nach Norwegen mitnehmen aber egal, ich mein hallo????? Wie cool ist das denn?!?!?!
Wohnt mit seiner norwegischen Freundin leider relativ weit außerhalb aber trotzdem, jay, Kaffee :-)


Anastasia

Russin und da weiß ich ehrlich gesagt nicht was sie beruflich macht. Tut sich mit der Aussprache noch schwer aber ist ansonsten genauso fix wie alle anderen und ne ganz Liebe. Kommt leider nicht ganz so oft zu Wort weil sie ne recht leise Stimme hat aber (sie ist auch im B2/1 Kurs) so langsam lernt sie sich verbal durchzusetzen.

Ali
Noch so ein IT-ler aber diesmal ausm Iran. Hat nicht so Bock sich an Diskussionen zu beteiligen oder mit ins Café zu gehen aber sonst ganz nett. Ich kann in sein Heft spicken, die Hausaufgaben sind meist richtig also hat er einfach wirklich keine Lust viel zu reden.

Princess
Ja die Princess ausm vorigen Kurs. Kann nie mit uns weggehen weil sie dauernd auf die Kids aufpassen muss und war eine von den beiden die einige Probleme hatte den Diskussionen zu folgen bzw. sich zu beteiligen. Aber da sie sonst alles immer richtig hatte hat die Lehrerin es einfach gut sein lassen.

Kate
Aus Thailand. Kam auch nicht so gut mit aber hat so viele interessante Sachen erzählt jedes mal wenn wir eine Situation in Norwegen (Bsp.: Elterngeld) mit Situationen in unseren Heimatländern vergleichen sollten. Das finde ich auch so cool an diesen Kursen, man lernt halt nicht nur über die norwegische Kultur sondern auch über so viele andere :-)

Hilde
Gnaaaaa – also die weiß ich einfach nicht wie ich sie einordnen soll. Eigentlich kann ich sie nicht leiden aber eigentlich ist sie auch nett. Also die ist nett. Aber sie nervt so. Eine von denen die permanent plappert ohne irgendwas zu sagen. Wenn die Lehrerin was erklärt kommt dauern hmhmjajaahajagenauikkesant blablabla von ihr. So als ob sie die Lehrerin wäre und das Gesagte nochmal bestätigen müsste. Und sie muss IMMER und ALLES kommentieren und man möchte sie anschreiben, dass sie jetzt grad wirklich wirklich niemand nach ihrer Meinung gefragt hat bzw. es ganz nett wäre wenn das blabla aus ihrem Mund mal zur Abwechslung mit Inhalt gefüllt wäre...
Und dann redet sie Dialekt.... Bergens-Dialekt. Aber nicht weil sie mit dem Dialekt aufgewachsen ist (dann wäre sie ja nicht im Norwegischkurs) sondern weil das der Dialekt ihrer Mutter ist und sie die fixe Idee hat, dass das jetzt ihre Identität ist – ja sie ist schwanger, das könnte teil des Problems sein ;-)
Ihr Vater ist aus Neuseeland, ihre Mutter aus Bergen, kennengelernt haben die zwei sich in Kanada und aufgewachsen ist Hilde in New York City. Nu ist sie hier weil der Nachbarsjunge aus Kindertagen im Dorf ihrer Mutter ihr ein Kind gemacht hat und ihr (ähnlich wie mir) recht wurscht ist an welchem Schreibtisch sie ihre Abschlussarbeit schreibt. Nur dass sie Hebamme studiert hat – aha, das kann man also studieren. Ja dann... Jedenfalls das Problem mit dem Dialekt ist, dass sie den ja nicht wirklich spricht, weil sie ja nicht wirklich Norwegisch spricht aber sie weiß halt, dass manche Worte anders ausgesprochen werden. Und das macht sie. Konsequent. SO NERVIG weils so unecht ist und ihr halt scheißegal ist, dass die ausm Kurs die nicht ganz so fix sind dann kein Wort verstehen. Aber in diesem Punkt darf man nix zu ihr sagen sonst fängt sie an zu heulen.
Schwanger halt ;-)

Angelika
BWA – EKELHAFT
Also die fand ich eigentlich am ersten Tag ganz nett. Ist die einzige aus ner anderen Alters- und Bildungsklasse.
Kann sie nicht einschätzen aber sieht älter aus als meine Mama aber muss jünger sein denn ihre Kids sind Teenager.
Lustigerweise auf der schwäbischen Alb aufgewachsen, nach Hamburg geheiratet und dann hat ihr Mann in Norwegen nen Job bekommen. Muss schweinegut verdienen in ner großen Firma die wiederum alles für die Familie bezahlt. Inklusive Norwegischkurs für Angelika. Schade, dass das Geld nicht mehr für ne Dusche reicht.
IM ERNST
Ich weiß, was ich gleich erzähle ist ein Grund für ernsthafte Besorgnis und man sollte der Frau irgendwie helfen denn da stimmt ganz offensichtlich was nicht ABER ES WAR SO EKLIG!!!!
Sie hatte 3 Wochen lang... DREI WOCHEN... den gleichen Pulli an.
Und so hats auch gerochen.
Sie saß neben mir
Oh mein Gott ich hab in der letzten Kurswochen nicht gewusst wie ich noch atmen sollte. Ich mein mal im Ernst, selbst wenn man sich täglich duscht, das geht doch nicht. Und so ein Körpergeruch bleibt doch nicht unverborgen. Also wenn mans selbst schon nicht wahrnimmt so muss das soziale Umfeld – hallo, Mann, Kinder??????? - das doch wahrnehmen. Wenn nicht muss man sich um die auch ernsthafte Sorgen machen und ich fühle mich furchtbar an das schrecklich stinkende Mädchen aus meiner Schulklasse erinnert und wie die gemobbt wurde...
Und mein Gott wo ist denn da die Kinderstube???? Meine Mutter hätte mich niemals so lange am Stück in den gleichen Klamotten ausm Haus gelassen. Ich habe gelernt, dass es das Sozialleben deutlich positiv beeinflusst wenn man sich ab und zu umzieht und so was wie Wasser und Seife an sich ran lässt. Himmel nochmal.
Also jedenfalls das war widerlich!

Und Gott sei Dank ist sie nicht im neuen Kurs über den dann wenn ichs mal in time schaffe in 1,5 Wochen der nächste Bericht kommen sollte ;-)

Sonntag, 2. November 2014

Mit Katzen nach Norwegen fliegen – DER FLUG

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Mit der Höhe haben sie ja kein Problem... heil angekommen :-)

So, endlich endlich wird er nachgeliefert, der Bericht, der ganz individuelle und NUR auf meinen persönlichen Erfahrungen basierende Bericht darüber, wie es wirklich ist, mit zwei Katzen per Flugzeug nach Norwegen einzureisen.

Abflughafen: Stuttgart
Zwischenladung: Zürich
Zielflughafen: Oslo Gardermoen
Fluggesellschaft: SWISS AIR

Zuerst möchte ich anmerken, dass keines der ach so tollen pflanzlichen, homöopathischen oder hormonellen Beruhigungsmittel auch nur IRGENDEINE Wirkung gezeigt hat.
War ja auch klar, dass der Mist nichts taugt.
Was mich daran wirklich aufregt ist, dass die diversen Tierärzte nicht mal versucht haben über Alternativen nachzudenken, Im Gegenteil, ich bin noch beschimpft worden, dass ich den Katen das überhaupt nicht antun sollte und von daher eh selber Schuld bin etc.
Dass die lieben Tierärtze mit ihrer Verweigerung eines normalen Beruhigungsmittels aber eigentlich die Katzen quälen durch den ganzen Stress... ja seis drum, darüber könnte ich mich ewig aufregen.

Also was tun.
Gott sei Dank gibt es auch in Stiftlingen noch richtige Tierärzte. Solche die nicht nur Tierarzt geworden sind weil sie gerne süße kleine Kätzchen streicheln sondern solche, die wissen was der Beruf eigentlich fordert und die richtig anpacken können.
Tierärzte für Großtiere. Jawohl, solche die unerschrocken bis zur Schulter in einem Kuharsch stecken wenns sein muss, die geben keinen homöopathischen Scheißdreck!!!!

Einen Gruß an dieser Stelle an meine liebe Schulfreundin Harry, das mit der Schulter im Kuharsch ist nahezu ein direktes Zitat ;-)

Jedenfalls sind wir am Tag des Fluges noch in eine Pferdeklinik gefahren – welche ich allen Stiftlingern die einen Tierarzt brauchen nur empfehlen kann ( http://www.tierklinik-tuebingen.de/wordpress/ ) und tadaaaa, dort wurden wir problemlos, freundlich und knallhart realistisch behandelt und die beiden Vierpfoter haben ein ganz normales Beruhigungsmittel bekommen. Nochmal ein riesiges Dankeschön an die tolle liebe und zu den Tieren ganz ganz sanfte Ärztin!!!!!
Und Bäm, schon auf dem Weg zum Flughafen war fast Ruhe.
Schlafekatze

Zwei Koffer, zwei Rucksäcke und zwei Katzentransportkörbe zu transportieren ist ganz schön schwierig und ich bin so gottfroh, dass mein lieber Schwiegervater uns gefahren hat und uns auch noch mit den Koffern geholfen hat.
Eine Empfehlung an alle die mit Tieren fliegen, schaut, dass ihr so lange wie möglich ein helfendes zusätzliches Paar Hände dabei habt!

Erstmal gings zur Kofferaufgabe.
Hier der nächste Tipp:
FRÜHZEITIG da sein.
Also wir waren eher zufällig so früh da weil wir vom Tierarzt eben direkt zum Flughafen gefahren sind aber das war wirklich gut so.
Wir waren die ersten und einzigen bei der Kofferaufgabe und der zuständige Herr dort war entspannt und freundlich.

Hier werden alle Unterlagen gecheckt.
Die Menschenpässe und die Katzenpässe.
Dann wird in jeden Transportkorb reingeschaut ob da auch die richtige Katze drin ist.
Und Dr. Scott, der ja in den Transportraum sollte, hat auch hier schon die entsprechenden Gepäckaufkleber bekommen. Also sein Transportbox, nicht er.

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Und eine Stunde vor Boarding durften wir ihn dann auch „abgeben“.
Ich war ja ganz zuversichtlich, dass das der leichteste Teil werden würde – bis, ja bis wir bei dem unhöflichsten gemeinsten Flughafenmitarbeiter EVER an der Aufgabestelle für Sondergepäck ankamen.
Da wo Kinderwägen, Surfbretter etc. und eben auch Haustiere aufgegeben werden. Das ist ein Schalter MITTEN im Flughafengebäude. Warum ich das erzähle?

„Nehmen sie bitte die Katze raus der Behälter muss separat durchleuchtet werden.“

WAS?!?!?!?

Wir erinnern uns, ich hatte extra Scott für den Gepäckraum ausgesucht weil man mir sagte, dass nur die Katze die in der Kabine reist bei der HANDGEPÄCKKONTROLLE ihren Korb verlassen muss. Und weil Scott sich nicht auf den Arm nehmen oder sonst wie festhalten lässt. Und jetzt sagt mir dieser Mann, ich soll diese Katze für die ich aus obigen Gründen auch kein Geschirr und nix habe aus ihrer Box nehmen.
MITTEN IM FLUGHAFEN
Ich gebe zu schon da wäre ich dem Flughafenmitarbeiter gerne an die Gurgel gegangen und meine Stimme hat sicher auch schon Fledermausniveau erreicht aber in meiner Erinnerung habe ich zumindest versucht dem Herrn ruhig und sachlich zu erklären, dass ich meine Katze nicht einfach mitten am Flughafen aus ihrer Kiste nehmen kann.

Er: „Warum“
Ich: „Es ist eine Katze, die läuft weg, die hat Angst hier“
Er: „Ja aber es ist doch Ihr Tier, wenns wegläuft müssen Sie es halt rufen, das muss doch auf sie hören“
Ich: * tilt *

WAS – Ernsthaft? Klar. Ein voller lärmender Flughafen. Eine weglaufende Katze. Eine PANISCH weglaufende Katze... und das Problem lässt sich lösen indem ich sie rufe???? In welcher Welt lebt der Vollidiot eigentlich.

Den Paniktränen nahe habe ich versucht ihn zu fragen ob ich die Katze in einem separaten Raum aus der Kiste holen kann.
Er: „Damenklo“

..
.

Langer Rede kurzer Sinn, wenn wir Scott mitnehmen wollten musste er aus der Kiste und nein ich gehe nicht dafür mit ihm aufs Damenklo am anderen Ende des Ganges.
Inzwischen war ein etwas netterer Herr dazugekommen der uns dann freundlich erklärt hat, dass das Röntgengerät für die Transportbox zu starke Strahlen für ein Tier hat.
Ja, klar, versteh ich ja – aber warum konnte man mir das auf meine Anfrage beim Flughafen Wochen vorher nicht sagen????
Dann hätte ich für Scott auch ein Geschirr gekauft.
Wie auch immer es blieb ja nichts anderes übrig.
Wir haben also Sunnys Leine an Scotts Halsband gemacht (was im Ernstfall NICHTS gebracht hätte da sich Katzenhalsbänder bei einer Zugkraft von mehr als 2kg öffnen) und ich hab mich mitten im Flughafen auf den Boden gekniet, Dr. Scott zwischen meine Beine genommen und mich über ihn gebeugt damit er möglichst wenig mitbekommt.
Der Arme war auch panisch und betäubt genug um ganz ganz ganz still zu halten... bis, ja bis das unvermeidliche kleine Kind auf uns zugerannt kam.
„Mama Mama schau eine Katze!!!!!!!“
WAAAAAAAAAAAAAAAAA
Die Mutter hatte alle Mühe das Kind einzufangen (Gott sei Dank hat sie die Situation erkannt) und ich hatte alle Mühe Dr. Scott zu halten aber dann war endlich die Box wieder da und ich wäre schier in Tränen ausgebrochen als sie Scott um die Ecke weggetragen haben.
Gut für Flughafenmitarbeiter Nummer 1, dessen Leben in Gefahr war. Rücksichtsloses ignorantes Arschloch!!!!
Versteht mich nicht falsch, der muss seinen Job machen und hat seine Vorschriften, das weiß ich. Aber er hätte etwas freundlicher und einfühlsamer sein können und außerdem WEISS ich, dass es diesen separaten Zollraum gibt in welchem man Tiere sicher aus ihre Box nehmen kann.

So. Puh
Nächste Station: Handgepäckkontrolle mit Sunny.
Nicht viel zu erzählen.
Alle Beamten waren super freundlich und haben brav gewartet weil ich mit der Katze natürlich länger brauch als alle anderen.
Sunny hat die Leine ans Geschirr bekommen, ich hab sie auf den Arm genommen, sie wäre am liebsten unter meinen Pulli gekrochen, wir sind zusammen durch den Scanner, er hat natürlich gepiepst aber die netten Beamten haben mir erlaubt ERST die Katze zurück in ihre Transporttasche zu setzen bevor sie mich nochmal abgetastet haben.
Puh
Tapfere Maus

Im Flugzeug dann musste ich sie vor meine Füße stellen.
Gott sei Dank sind wir mit Swiss geflogen und ich hatte genug Platz im Fußraum für meine Füße und die Katzentasche.
Also auch hier, Obacht bei der Wahl der Fluggesellschaft.
Und ganz wichtig, beim Einsteigen vorne der Stewardess Bescheid geben, dass man a) in der zusätzlichen Tasche eine Katze hat und dass b) im Transportraum eine weitere Katze ist damit der Pilot es unten gemütlich warm einheizt.
Sunny hat bei Start und Landung gejammert war aber ansonsten in der komplett verdunkelten Tasche ganz ganz brav.

Umsteigen in Zürich war auch kein Problem.
Wieder den Stewardessen Bescheid gegeben, ungemütlich in der Mitte einer Dreierreihe gesessen aber gut wie gesagt, immerhin genug Platz und Sunny wie gehabt, jammern bei Start und Landung aber sonst ganz brav.

Am Flughafen in Oslo dann hieß es zusammen mit Sunny nervös darauf warten, dass Scott bei der Ausgabestelle für Sondergepäck ankommt.
Das normale Gepäck war schon lange da und auch die Kinderwägen und Rollstühle kamen schon aber nirgends ein Dr. Scott.
Und dann ging eine kleine Nebentür auf, eine Hand deren Besitzer ich nie gesehen habe stellt eine regennasse Transportbox aus den Boden, die Tür schließt sich wieder und Dr. Scott ist der Star aller Kinder im Flughafen.

Schon krass oder, irgendwie dachte ich, jemand würde mir die Katze persönlich übergeben und ihn nicht einfach auf den Boden stellen ohne zu schauen ob ihn jemand abholt. Mein Gott, sonst wer hätte meine Katze mitnehmen können...

Einem besonders niedlichen kleinen Mädchen hab ich dann noch gezeigt, dass ich noch eine zweite Katze in der anderen Tasche hab und weiter ging die Reise.
Hat man Tiere dabei muss man durch die rote Tür zum Zoll.

Eine recht gelangweilte aber nette Beamtin hat dort die Katzenpässe kontrolliert und wollte dann die Chips der beiden Katzen scannen.
Deswegen achtet darauf, dass eure Transportboxen bzw. -taschen oben eine kleine Luke zum öffnen haben...
Bei Scott kein Problem, der hat stillgehalten und PIEP alles klar.
Sunny dagegen fand die fremde Hand in ihrer Tasche gar nicht gut und hat es minutenlang geschafft ihr Köpfchen vom Scanner wegzudrehen.
Ich dachte schon ich muss sie nochmal raus nehmen aber der Mann hats schließlich geschafft sie festzuhalten.
Alle die meine kleine Sunny und ihre messerscharfen Krallen kennen, wissen wie gefährlich das war.
PIEP
Alles gut.

Herzlichen Glückwunsch Dr. Scott und Mrs. Sunnypenny, willkommen in Norwegen.
:-)

Vorletzte Etappe: Zug
Puh
Sunny hat in ihrer verdunkelten Tasche wieder geschlafen aber in Scotts Box kann man rein gucken – und er raus – und die große böse Welt da draußen fand er gar nicht gut und hat das niedlichste ever getan. Er hat mich angeschaut, protestierend gemaunzt und sich dann in mühevoller Kleinarbeit UNTER seine Kuschelhandtücher vergraben bis kein Stück Katze mehr sichtbar war.
Sehr zum Leidwesen der drei kleinen Mädels die mehr als begeistert davon waren, neben einer Katze zugzufahren.
Ich hab ihnen dann Sunny gezeigt der alles herzlich wurschd war, dann war auch wieder gut.

Letzte Etappe: Taxi
Keiner hatte die Nerven mit den Katzen noch U-Bahn und Bus zu fahren also haben wir uns ein Taxi gegönnt.
Endlich zu Hause

Anfangs wars natürlich alles ganz ganz fremd und furchtbar (und ich muss zugeben Sunny versteckt sich immer noch hinter der Stereoanlage sobald z.B. die Türklingel geht) aber dank des Sofas das beide sehr gemütlich finden ist jetzt alles gut.
Inzwischen haben sie sich gut eingelebt und sogar ans norwegische Futter gewöhnt und ich bin so froh die beiden süßen endlich wieder bei mir zu haben.

 photo P1140910_zps3716542a.jpg
keine Angst hier sind sie nicht betäubt oder so, das ist ein Foto von letzer Woche... die schlafen halt so ;-)

PS:
Alles in allem würde ich aber in Zukunft wohl beide Katzen im Transportraum reisen lassen. Das scheint die stressfreiere Variante zu sein. Zumindest hat Scott die Reise sehr sehr sehr viel besser weggesteckt als Sunny und wir wissen ja, das normalerweise Scott das empfindsame Gemüt ist also will das schon was heißen....

Freitag, 31. Oktober 2014

Happy Halloween

 photo P1140896_zps747c31d9.jpg

Ich habe mir sagen lassen, dass es in Norwegen weit amerikanischer zugeht als in Deutschland und dass wirklich verkleidete Kinder von Haus zu Haus gehen.

Süßes oder es gibt Saures

Die Schokolade steht bereit, die Kids können kommen.
Ich freu mich richtig drauf, bei mir hat noch nie nie nie jemand mit Kürbis der Rübengeist geklingelt.

WEHE die haben sich keine Mühe gegeben beim Kostüm, dann gibts Obst!

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